Dahlien & andere Gartendivas überwintern

Wie überwintere ich Dahlien-Knollen oder Gladiolen-Zwiebeln? Und kann ich mir die Mühe nicht einfach sparen und die Blumen im Boden lassen? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Mutige und Nummersicher-Gehende.

Zeitpunkt: Dahlien und Gladiolen sollten, wenn du auf Nummer sicher gehen willst, nach dem ersten Frost ausgegraben werden. Ende Oktober oder Anfangs November ist in Winterthur oft ein guter Zeitpunkt. Ein Hinweis für den perfekten Moment ist, wenn die Pflanze keine Blüten oder einfach nicht mehr so viele wie noch im September macht.

Dahlienknolle mit Stechgabel ausgegraben

Schritt 1 - anschreiben / fotografieren

Falls es dir wichtig ist, im nächsten Jahr zu wissen, welche Wurzel rote Blumen machen wird und welche 1.20m hoch wächst, dann schreibe sie an. Am einfachsten ist es mit einem Stück Schnur das Namensschild an den noch eingegrabenen Pflanzenstamm zu binden. Wenn die Blumenknollen erst einmal ausgegraben und zurecht geschnitten sind, ist es unmöglich die Sorte zu erkennen. Bei den Gladiolen-Zwiebeln ist es etwas schwieriger, weil sie oft bereits verblüht sind, wenn das Winterquartier ruft. Falls du die Muse hast, schreibe sie durch den Sommer hinweg an, wenn sie blühen.

Schritt 2 - Knollen / Zwiebeln ausgraben

Ich verwende jeweils eine Stechgabel und steche auf allen vier Seiten mit genügend Abstand rund um die Dahlienpflanze/Gladiole vertikal ein. Am einfachsten ist es, wenn es am Vortag geregnet hat und der Boden etwas feucht ist. Wenn der Boden auf allen Seiten gelockert ist, kann die Knolle vorsichtig von unten nach oben gehoben werden. Bei den Dahlien passiert es leider immer wieder, dass die eine oder andere Knolle abbricht oder halbiert wird. Solange noch andere am Hauptzweig dran sind, ist das aber kein Problem. Falls du keine Stechgabel hast, kann du auch eine Schaufel benutzen. Das Risiko bei der Schaufel für Verletzungen an der Pflanze steigt einfach, falls du nicht genügend Abstand hast.

Gladiolenzwiebel gekürzt und Erde so weit wie möglich entfernt

Schritt 3 - Grünzeugs abschneiden und Erde entfernen

Wenn die Pflanzen aus dem Boden sind, sollte die Erde grob entfernt werden, das macht den nächsten Schritt, die Knollen zu trocknen, einfacher. Das Grün kannst du bei den Gladiolen auf etwa 5cm runter kürzen, bei den Dahlien auf etwa 15cm. Dies ist eine Angabe aus den Tiefen des Internets. Die Masse spielen im Prinzip nicht so eine Rolle, es braucht einfach noch etwas Stamm aber auch nicht zu viel, sonst wird die Aufbewahrung mühsam.

Schritt 4 - Zwiebeln/Knollen trocknen

Bevor die Zwiebeln und Knollen verstaut werden können, müssen sie trocken sein. Wichtig: der Trocknungs-Ort muss auch trocken und genug warm sein. Wir haben (noch) kein Gewächshaus und auch sonst keinen passenden Ort, deshalb lege ich jeweils ein paar Plastiksäcke in der Wohnung aus und trockne sie dort. 3-5 Tage sollten reichen. Sobald sie trocken sind, nochmals etwas Erde entfernen. Tipp: bei den Dahlien ist immer noch viel Erde zwischen den einzelnen Knollen. Auch wenn du dich wie eine Archäologin fühlst, investiere die Zeit und entferne möglichst jedes noch so kleine Erdkrümelchen, denn das reduziert das Risiko für Fäulnis.

Gladiolen in Holzkiste mit Zeitungspapier und Kakteenerde

Schritt 5 - einpacken und versorgen

Die Lagerung sollte an einem dunklen Ort stattfinden, welcher nicht zu warm aber trocken ist. Auch hier wiederum gibt es unzählige Angaben im Internet, wie die Lagerungsbedingungen sein müssen. Macht euch keinen Stress, ich habe die Gladiolen auch schon erfolgreich im Garderobenschrank in der Wohnung bei 21 Grad überwintert. Wichtig ist vor allem das es dunkel und trocken ist, so dass die Knollen nicht faulen und im Frühling nicht zu früh austreiben. Mein Aufbewahrungs-Favorit: Holzkiste mit Zeitungspapier ausgelegt und allenfalls etwas Sand oder Kakteenerde darin verteilt, damit bei Feuchte das Material mit atmet oder im schlimmsten Fall der Sand etwas saugt. Mögliche Alternative: Papiersäcke mit Luftlöchern. Die Knollen und Zwiebeln sollten nicht zu eng aneinander liegen. Wenn ihr sie im Papiersack aufbewahrt, macht es je nach Grösse Sinn, nur eine Wurzel pro Sack aufzubewahren. Luftdichte Verpackungen aus Plastik sind ungeeignet. Falls euer Aufbewahrungsort sehr trocken ist, Schätzungswert unter 30% Luftfeuchtigkeit, steigt das Risiko, dass die Knollen im Frühling komplett ausgetrocknet sind und nicht mehr keimen können. Dem könnt ihr entgegenwirken, in dem ihr sie ab und zu mit etwas Wasser bestäubt oder komplett mit Sand deckt.

Dahlienknollen angeschrieben und in Kisten verpackt

Die Mutigen unter uns, die auf die fünf Überwinterungs-Schritte verzichten möchten, können die Dahlien, die genug tief eingegraben sind, und auch die Gladiolenzwiebeln im Boden lassen. Für einen zusätzlichen Frostschutz noch etwas Mulch (Blätter, Tannenzweige oder ähnliches) darüber verteilen. Auch bei Minusgraden haben die Gladiolen in Winterthur letztes Jahr überlebt. Jedoch habe ich mich bisher nicht getraut die Dahlien im Boden zu lassen. Falls ihr gute Erfahrungen damit gemacht habt, schreibt mir!

Grüsse aus dem Garten,
eure Madame Sprout

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Einen Hauch Garten im Haus: Kranzbinden im November.