Gründüngung

Wollt ihr Zeit sparen beim Unkraut jäten oder einen gut durchwurzelten Boden haben, damit ihr neue Setzlinge in einen lockeren Boden pflanzen könnt und wenig giessen müsst? Die sogenannte Gründüngung wird euer Leben erleichtern und ihr könnt euch auf die Gartenthemen fokussieren, die euch wirklich Spass machen.

I’m back guys! Endlich regnet es und ich kann mich wieder einmal aufs Schreiben konzentrieren. Die letzten zwei Monate waren sehr heiss und vor allem auch trocken. Manche Pflanzen lieben das und andere wiederum kommen mit den Bedingungen nicht so gut klar und bilden wenig oder nur langsam Blütenstände und somit auch weniger Früchte. Etwas Abhilfe kann dabei die Gründüngung schaffen.

Samentütchen von Sativa

Sativa, eine Schweizer Bio-Saatgutherstellerin, schreibt dazu: “Gründüngungen helfen die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu fördern: Die Pflanzen binden Nährstoffe, und durch die Umwandlung der Pflanzenreste entsteht wertvoller Humus. Zudem ist der Boden durch den Bewuchs vor Erosion geschützt. Unkräuter werden verdrängt, und das Boden- und Insektenleben profitiert von einer verbesserten Bodenstruktur sowie einer verlässlichen Nahrungsquelle.” Es gibt verschiedene Pflanzen, die ihr als Gründüngung verwenden könnt. Bei Sativa sind die Samentütchen sogar als Gründüngung gekennzeichnet oder ihr findet auf ihrer Website noch gezieltere Informationen: https://www.sativa.bio/de_ch/gruenduengungen-ackerkulturen.

Ich brauche seit Beginn an immer ein bisschen die gleichen Pflanzen, mit denen ich gute Erfahrungen gemacht habe. Wichtig ist mir dabei einerseits wie schnell sie wachsen und andererseits wie einfach sie wieder zu entfernen sind und als Mulch eingearbeitet werden können. Ebenfalls solltet ihr euch Gedanken machen, ob ihr winterharte Gründüngungen verwendet wollt oder lieber nicht. Für Beginner rate ich, auf die winterharten Sorten zu verzichten, damit ihr im Frühling Klarschiff habt und der Boden nicht zuerst mühsam bearbeiten müsst. Gründüngungen, die ich im Garten verwende, sind:

• Phacelia (mein & den Insekten absoluter Liebling)
• Lein (lange stiele und blaue Blüten)
• Buchweizen
• grüne Linsen (Bio-Linsen aus dem Supermarkt gehen wunderbar und ist preiswerter)
• Spinat & Nüsslisalat (ist eine Zwischenkultur und bedeckt den Boden im Winter)

Natürlich gibt es noch unzählige mehr, aber bei denen gilt es, die Pflanzenfamilie zu beachten, da diese einen Einfluss auf den Boden, Krankheiten und somit die Fruchtfolge hat. Wenn ihr beispielsweise im Herbst die Winterweisserbse pflanzt, dann werdet ihr im Frühling Mühe haben, an der gleichen Stelle Kultur-Erbsen zu ernten, da beide aus der gleichen Familie kommen und deshalb die gleichen Bedingungen und Nährstoffe brauchen. Es macht also Sinn, eine neutrale Familie zu pflanzen. Falls ihr schon Pro’s seid und wisst, was ihr als Nächstes pflanzen wollt, könnt ihr die Gründüngung gezielt als Bodenverbesserer benutzen und die Bedingungen für die nächste Kulturpflanze optimieren und somit auch die Pflanzenfamilie von Anfang an mit einplanen.

Die Gründüngung kann laufend gesät werden, dann stehen gelassen und erst abgeschnitten werden, wenn die Kulturpflanze gesetzt wird. Beispielsweise könnt ihr im März Phacelia aussähen und diese wachsen lassen bis Mitte Mai, wenn die Tomaten, Zucchetti und Gurken nach den Eisheiligen gesetzt werden können. Dann schneidet ihr die Gründüngung kurz über dem Boden ab, zerkleinert sie und verteilt sie als Mulch auf dem Beet. Der Vorteil dieser Methode ist, dass die Pflanze immer wieder nachwächst, weil die Wurzel inkl. kurzem Stiel sowie ein paarBlätter noch intakt ist und weiterwachsen kann. Somit habt ihr das ganze Jahr durch Gründüngung , die ihr laufend abschneiden könnt und somit den Boden verbessert…

…als Bodenauflockerer.
…als Unkrautunterdrücker.
…als Mulchschicht, die den Boden vor Austrocknung und vor Erosion schützt.
…als Nährstoffbinder, welche nach der Verrottung wieder an das Erdreich und die Kulturpflanzen abgegeben wird.
…und nicht zuletzt als Insektenmagnet für die Bestäubung der Nutzpflanzen.

Grüsse aus dem Garten,
eure Madame Sprout

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