Blumenzwiebeln, die Garten-Einstiegsdroge

Am letzten Wochenende habe ich 200 Tulpenzwiebeln in meine Hochbeete gepflanzt. Tönt nach viel Geld und vor allem nach viel Arbeit, ist aber auf lange Sicht hin eine gute Investition. Vor allem wenn ihr euch bereits im Frühling an Blumen erfreuen wollt. Welche Zwiebeln ihr zur Verwilderung und welche ihr zur Schnittblumen-Kleinzucht anpflanzen könnt und dabei leicht süchtig werdet, verrate ich euch im ersten Herbstnewsletter diesen Jahres.

Im ersten Gartenjahr habe ich mir zwei, drei Tulpensorten aus dem Gartencenter gegönnt und diese im Garten wild verteilt ausgepflanzt. Wohl wissentlich, dass in allen Berichten, die ich zu Tulpen gelesen habe, stand, Tulpen müssen wieder ausgegraben werden. Das wollte ich mir sparen, sind doch Tulpen winterhart. Im zweiten Jahr erhoffte ich mir eine noch viel grössere Tulpenpracht, wurde aber dann doch sehr enttäuscht. Von den knapp zwanzig Tulpenzwiebeln blühten vielleicht noch 6 Stück. Das war mir ein zu teurer Spass. In den nächsten Jahren stieg ich auf Narzissen um, probierte verschiedene Sorten aus und war wesentlich erfolgreicher als zuvor.

Diesen Herbst haben wir unser Sortiment massiv gesteigert, weil ich inzwischen süchtig nach Blumenzwiebeln bin. Wer einmal in das Universum der Blumenzwiebeln eingetaucht ist, findet nur schwer den Ausgang wieder. Taglilien, Schwertlilien, Narzissen, Gladiolen, Zierlauch, Hyazinthen, Steppenkerzen, Tulpen, Schneeglöckchen, Krokusse und wahrscheinlich noch so viele mehr, die es noch zu entdecken gibt.

Es gibt zwei wichtige Merkmale, auf die ihr beim Zwiebelkauf achten müsst: Zwiebeln, die verwildern und solche die es eben nicht tun. Hochgezüchtete Tulpen beispielsweise sind meisten nicht für die Verwilderung geeignet. Ist die Blumenzwiebel fähig sich normal fortzupflanzen und sich an einem Ort zu etablieren, also zu verwildern, steht das auf dem Etikett drauf. Alle Sorten, die verwildern, könnt ihr gut in eurem Garten setzen und es werden jedes Jahr immer mehr, ohne dass ihr einen Finger rühren müsst. Verwildert die Zwiebel nicht, könnt ihr sie nach der Blüte ausgraben und bis in den Herbst zwischenlagern. Dann beginnt der Prozess wieder von vorne. Wahrscheinlich nimmt die Blühfreudigkeit ab mit den Jahren, da sich dieser Prozess anscheinend nicht ewig wiederholen lässt. Da bin ich selber aber noch in der Testphase. Zur Lagerung der Zwiebeln könnt ihr euch den Newsletter zum Thema Dahlien und Gladiolen zu Gemüte führen. Das funktioniert eigentlich für alle Zwiebeln- und Knollensorten in etwa gleich.

Ebenfalls wichtig zu beachten ist der Standort. Zwiebeln können gut Wasser speichern, vertragen deshalb auch mal eine Trockenperiode. Staunässe im Boden ist jedoch ein Problem und der Endgegner schlechthin. Wenn ihr sehr lehmige, nasse Böden habt, wo das Wasser, vor allem im Winter nicht abfliesst, dann werden eure Blumenzwiebeln vermutlich verrotten. Mein Garten hat einen sehr lehmigen Boden, liegt aber leicht am Hang und wird bei schönem Wetter voll besonnt, so dass der Boden im Winter abtrocknen kann und im Sommer dann austrocknet. Für die meisten winterharte Zwiebeln funktioniert das sehr gut.

Ab jetzt bis kurz vor dem ersten Frost ist der ideale Zeitpunkt, um winterharte Blumenzwiebeln zu setzen, damit ihr bereits im Frühling die ersten Blüten habt. Da die Tulpen bei mir im Garten keine Freude waren, probiere ich einen weiteren Versuch im Hochbeet und hoffe auf eine ertragreiche Ernte. Falls es klappt, könnt ihr euch und euren Liebsten ab Mitte April Tulpen aus den Hochbeeten von Madame Sprout, made in Winti, gönnen.

Grüsse aus dem bereits herbstlichen Garten,
eure Madame Sprout

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